Amalgam
Chemisch gesehen sind Amalgame Legierungen des Quecksilbers.
Amalgam = Sondermüll?
Im zahnärztlichen Bereich verwendete Amalgame für Zahnfüllungen bestehen i.d.R. aus flüssigem Quecksilber und einem Feilungspulver, bestehend aus Silber, Zinn, Kupfer und einigen anderen Stoffen. Beides wird vermischt, wobei eine plastisch verformbare Masse entsteht, die in die vorher aufbereitete Öffnung im Zahn eingefüllt wird. Nach einigen Minuten ist das Amalgam weitestgehend hart.
Gefährlich oder nicht
Diese Frage läßt sich ganz einfach beantworten: Man weiß es nicht. Bislang gibt es noch keine wissenschaftliche Studie, die die Schädlichkeit eindeutig nachgewiesen hätte. Sicher ist jedoch, das der Bestandteil Quecksilber in reiner Form giftig ist. Und: Im Ausland, z.B. Schweden, sind Amalgamfüllungen verboten.
Konsequenzen
In unserer Praxis vermeiden wir den Gebrauch von Amalgam - schon aus eigenem gesundheitlichen Interesse. Allerdings ist die Amalgamfüllung im Seitenzahnbereich Standartleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wer mehr möchte, z.B. Kunststofffüllungen oder Inlays aus Gold oder Keramik, muß die Mehrkosten dafür aus eigener Tasche tragen.
Ausnahmen
Ausnahmen sind bestimmte Nierenerkrankungen und Allergien unter bestimmten Voraussetzungen. Zwar werden von den gesetzlichen Krankenkassen auch hier keine hochwertigen Kunststofffüllungen bezahlt, der Zahnarzt ist vielmehr verpflichtet, die Leistung "Kunststofffüllung" zu einem nicht kostendeckenden Betrag - aber für den Patienten kostenlos - zu erbringen.
Vorteile
Ehrlichweise hat Amalgam nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile: So ist es z.B. etwas haltbarer als Kunststoff. Auch kann man auch größere Zahndefekte, die sonst z.B. mit einer Teilkrone versorgt werden müßten, unter Umständen noch mit Amalgam versorgen. Kurzum, wäre nicht die potentielle Gesundheitsgefährdung, so wäre, mal abgesehen noch von der Farbe, Amalgam das ideale zahnärztliche Füllungsmaterial. Deshalb wird bzw. wurde es auch seit fast 200 Jahren angewendet.